Schere vs. Laser: Ein Unterschied, den man spürt
Wenn es um das Lösen einer verkürzten Zungenband-Faszie geht, gibt es klassischerweise zwei Wege: die konventionelle Methode mit der Schere (oder dem Skalpell) und die moderne Laserchirurgie.
Bei der mechanischen Durchtrennung mit einer Schere kommt es häufiger zu Blutungen, was die Sicht auf das Behandlungsfeld einschränkt. Unser CO₂-Laser hingegen arbeitet völlig anders: Er nutzt hochpräzise Lichtenergie. Der große Vorteil dabei ist, dass der Laser die kleinen Blutgefäße noch während des Eingriffs verschließt (koaguliert). Das Ergebnis ist ein nahezu blutungsfreier Eingriff mit exzellenter Sicht, der das umliegende Gewebe maximal schont und das Infektionsrisiko minimiert.
Wie funktioniert der CO₂-Laser eigentlich?
Viele Patienten stellen sich unter dem Begriff "Laser" ein großes, unhandliches Gerät vor. In der Praxis sieht unser Instrument jedoch eher wie ein feiner Kugelschreiber aus.
Der CO₂-Laser sendet gebündeltes Licht aus, das vom Wassergehalt im Gewebe extrem gut aufgenommen wird. Trifft der Lichtstrahl auf die straffe Faszie, verdampft das Gewebe an dieser mikroskopisch kleinen Stelle sofort schichtweise. Da das Instrument das Gewebe nicht physisch zieht oder reißt, entstehen deutlich weniger Schwellungen. Wir können so millimetergenau arbeiten und nur die funktionelle Einschränkung lösen, ohne tieferliegende Muskeln zu verletzen.
Altersgerechte Behandlung: Betäubung und Wundverschluss
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Laserbehandlungen grundsätzlich ohne Betäubung oder ohne Wundverschluss erfolgen. In der Zahnwelt Hannover passen wir den Ablauf individuell an das Alter, die anatomische Situation und die Mitarbeit unserer Patient:innen an.
- Bei Säuglingen erfolgt die Behandlung in der Regel mit einer sanften Oberflächenanästhesie. Der CO₂-Laser ermöglicht ein präzises und blutungsarmes Lösen der restriktiven Gewebestruktur. Dabei entsteht eine rautenförmige Wundfläche. Durch das Aktive Wundmanagement (AWM) alle vier Stunden verhindern Sie, dass die Ränder funktionell wieder verkleben. Eine Naht ist bei Säuglingen in der Regel nicht möglich und auch nicht vorgesehen. Direkt nach dem Eingriff darf und soll das Baby gestillt oder gefüttert werden, da Saugen, Körperkontakt und Muttermilch beruhigend wirken.
- Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erfolgt die Behandlung altersgerecht mit lokaler Anästhesie. Je nach Alter, Befund und Mitarbeit kann der Eingriff ohne Sedierung, mit Lachgas-Unterstützung oder in Intubationsnarkose durchgeführt werden. Auch hier entsteht nach dem Lösen der Restriktion eine rautenförmige Wundfläche. Im Gegensatz zum Säugling wird diese jedoch mit resorbierbaren (selbstauflösbaren) Nähten verschlossen. Dadurch muss die Wunde nicht in der Nacht gedehnt und offen gehalten werden, was die Nachsorge deutlich erleichtert und die Heilung unterstützt.
Für wen ist die Laserbehandlung geeignet?
Die Lasertherapie kennt keine Altersgrenze. Wir behandeln Säuglinge bereits wenige Tage nach der Geburt, wenn funktionelle Stillprobleme auftreten. Je früher die Einschränkung korrigiert wird, desto weniger Kompensationsmuster prägen sich ein. Aber auch ältere Kinder und Erwachsene profitieren enorm von der minimalinvasiven Technik: Das feste, stark durchblutete Gewebe lässt sich mit dem Laser besonders blutungsarm und präzise behandeln.



